Interviews mit Referenten des letzten Strategiegipfels

Die Interviews wurden am 04. & 05. April 2017 auf dem Strategiegipfel IT & Information Management im H4 Hotel Berlin Alexanderplatz geführt.

Künstliche Intelligenz in Unternehmen – Peter Schneider, Managing Director & CIO, ABLE Management Services GmbH

Der CDO von heute – Franz Helmut Gerhards, Mitglied der Geschäftsleitung – Leiter IT-, Organisations-u. Infrastrukturmanangement, DAK-Gesundheit

Die Herausforderungen der Digitalisierung – Dr. Michael Kranz, Head of Information Technology Management / CIO, thyssenkrupp Steel Europe AG

Künstliche Intelligenz im Unternehmen – Peter Schneider, Managing Director & CIO, ABLE Management Services GmbH

schneider_peter_webPeter Schneider berichtete über die Entscheidung seines Unternehmens Künstliche Intelligenz einzusetzen, um wichtige Prozesse effizienter ablaufen zu lassen und über die steigende Bedeutung der gesamten Thematik um KI.

 

PN: Welche Bedeutung nimmt Künstliche Intelligenz zukünftig in Unternehmen ein?
Schneider: Künstliche Intelligenz ist der kommende Hype, der sich jetzt zum Beispiel in der Fachpresse, aber vor allem auch in unserem Alltagsleben abzeichnet. Angefangen mit dem Amazon Warenkorb, der Verwaltung von Bildern auf Google durch Gesichtserkennung, bis hin zu autonomen Fahrzeugen. Das heißt, das Thema findet nicht mehr nur noch in den Laboren statt, sondern ist bereits für den Konsumenten vorhanden. Und da Professionalisierung nach Konsumierung folgt, wird die Thematik in den nächsten Jahren massiv an Bedeutung gewinnen.

PN: Warum haben Sie selbst sich für KI in Ihrem Unternehmen entschieden?
Schneider: Der Hauptpunkt ist, dass wir für unsere Tätigkeiten, die von der Digitalisierung betroffen sind, Mechanismen brauchen, die KI verspricht zu liefern. Klassische Informatikmethoden würden heute zu keinem guten Ergebnis mehr führen. Das beginnt bei der Suche und Textanalyse und geht über die Thematik des CRMs. Dafür braucht man andere Mechanismen, als eine klassische Informatik bietet. Das heißt, unsere Entscheidung war durch den Druck und den Zwang getrieben, auch unsere Geschäftsprozesse effizienter zu machen und der Digitalisierung anzupassen.
Für uns sind Bewerbung/Rekrutierung und Sales die zwei Kernprozesse. Dafür müssen wir suchen, finden und Mustererkennung nutzen. Drei Prozesse, die KI heute verspricht zu liefern.

PN: Was war nötig, um KI in Ihrem Unternehmen einzuführen?
Schneider: Der Gesellschafter musste akzeptieren, dass wir uns auf einen Softwareprovider aus der Cloud einlassen müssen. Ansonsten würden wir dieses Thema nicht stemmen können.

Datum des Interviews: 04.04.2017

Der CDO von heute – Franz Helmut Gerhards, Mitglied der Geschäftsleitung – Leiter IT-, Organisations-u. Infrastrukturmanangement, DAK Gesundheit

Gerhards_Portal_webAls Referent sprach Franz Helmut Gerhards über die Kompetenzen eines CDOs und die Auswirkungen von Digitalisierung.

 

 

PN: Wie beschreiben Sie den CDO von heute und was müssen seine Kernkompetenzen sein?
Gerhards: Der CDO von heute ist ein Multitalent. Er muss die technischen Entwicklungen im Blick haben, die Chancen daraus erkennen und auf der anderen Seite die Übertragbarkeit auf Businessmodelle betrachten. Außerdem muss er Kultur- und Changemanager sein. Denn alles, was wir heute verändern, bedeutet auch Veränderung und oftmals Bedrohung für Mitarbeiter und der Geschäftsmodelle. Das heißt, er muss disruptive Ansätze gleichermaßen managen können. Zusammengefasst sind es drei Themenfelder: Die Innovationserzeugung, die Steuerung der digitalen Transformation, auch über kulturelle Aspekte, und das gesamte Thema der Realisierung digitaler Services und Produkte.

PN: Welche Herausforderungen stellt Digitalisierung für Unternehmen?
Gerhards: Das hängt von der Branche ab. Heute sind die größten, weltweiten Unternehmen Softwareunternehmen. Es wird eine große Herausforderung sein, die Software und IT in Services und Produkte zu übertragen, abhängig davon, welches Geschäftsmodell man zukünftig betreiben muss. Denn es gibt zwischen analogen und digitalen auch viele Hybrid-Varianten. Dazu gehört dann auch die Verschmelzung von Business- und IT-Knowhow. Unternehmen müssen allerdings an erster Stelle überlegen, wie sich ihre Geschäftsmodelle verändern werden, wie sich Wertschöpfungsketten ergänzen und wie man diese ausbauen kann. Es wird sehr stark darum gehen, nicht mehr alles selbst zu erstellen, sondern Wertschöpfungsketten auch im Rahmen von Kooperationen zu verlängern. Eine weitere Herausforderung wird das Thema Fähigkeit, Mindset und Skill der Mitarbeiter sein und in dem Zusammenhang digitale Chancen zu begreifen, zu generieren und sie vor allem auch anzunehmen. Folglich ist Veränderungsbereitschaft eine der Hauptherausforderungen für Unternehmen.

PN: Warum sollten Unternehmen Innovation und agile Methoden zulassen und nutzen?
Gerhards: Unternehmen sind gut beraten, wenn sie für sich noch einmal sortieren, was stabil und was agil laufen muss. Wo brauche ich Agilität und Tempo, wo brauche ich Stabilität und Zuverlässigkeit? Ich glaube, beides wird noch eine große Zeit in vielen Geschäftsmodellen koexistieren. Im Gegensatz dazu stehen Start Ups, die andere Startbedingungen haben. Dort sind die sog. Altlasten oder die Werte der Vergangenheit nicht vorhanden. Wenn wir uns also von dem Markt, den Kunden und den Trends nur treiben lassen, dann kann Digitalisierung zur Bedrohung ganzer Geschäftsmodelle werden. Es cleverer zu überlegen, wie man auch dann Produkte schnell an den Markt bringen kann. Bis vor einem Jahr gab es dazu noch die Diskussion der Relevanz und es wurde die Frage gestellt: „Ist es eigentlich time to market?“. Ich sage heute: Es ist nicht time to market, es ist time to value. Und vor dem Hintergrund generieren wir nur über agile Methoden, die MVPs.

Datum des Interviews: 04.04.2017

Die Herausforderungen der Digitalisierung – Dr. Michael Kranz, Head of Information Technology Management / CIO, thyssenkrupp Steel Europe AG

Das Jahr 2017, Kranz_Michael_Portal_webin dem sich alles um Digitale Transformation dreht, stellt die IT vor neue Aufgaben. Darüber und wie sich Unternehmen umstellen können, sprach Dr. Michael Kranz.

 

PN: Welche Herausforderungen kommen im Bereich der IT durch die Digitalisierung auf?
Kranz: Ich würde von Herausforderungen im Sinne von Veränderungen reden. Und diese Veränderungen, die durch die digitale Welt entstehen, geschehen schneller und intensiver als wir sie früher erlebt haben. Veränderungen hat es schon immer in der IT gegeben, das ist auch ein Stück weit Natur der IT. Jedoch ist jetzt die Herausforderung, die IT, die wir im Unternehmen betreiben, so aufzustellen, dass wir mit diesen Veränderungen auch Schritt halten können. Dabei müssen wir heute wie früher auch beurteilen, ob diese Veränderungen einen Wert für das Business bringen und entsprechend überlegen, wie und in welcher Form wir davon Nutzen tragen.

PN: Wie können sich Unternehmen an die Digitalisierung anpassen?
Kranz: Wie wir auf dieser Veranstaltung gesehen haben, ist Digitalisierung ein breit gefasster Begriff. Wichtig ist, dass jedes Unternehmen für sich einen Weg definiert, wie es den Prozess der Digitalisierung mit Inhalten und mit Leben füllt. Dabei ist eine Sache aus meiner Sicht essentiell: Digitalisierung ist kein reines IT-Thema, auch kein reines Thema für eine Stabsabteilung, sondern ein integrativer Ansatz. Es geht darum das in die Strategie zu verankern und das von der Führungsmannschaft des gesamten Unternehmens breit tragen zu lassen. Die Aufgabe der IT sehe ich darin, diese Themen zu orchestrieren und die Grundlagen dafür zu schaffen.

Datum des Interviews: 05.04.2017